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Wie lässt sich die (Dr)außensaison verlängern?

Je unsicherer die Coronalage, desto lieber sitzen Ihre Gäste an der frischen Luft. Doch was, wenn der goldene Herbst in kaltes Schmuddelwetter übergeht? Hier finden Sie Ideen für eine längere Außensaison und ein erfolgreiches Beispiel aus Hessen.

Feuer

Die richtige Ausstattung und Aufmachung Ihrer Außengastronomie kann Ihre Terrassensaison zeitlich und saisonal verlängern – ein klarer Wettbewerbsvorteil! Außerdem bieten angenehme Außenplätze zusätzliche Sitzmöglichkeiten sowie Eventraum für Gruppen (z. B. Weihnachtsfeiern) und sorgen für höhere Umsätze. Investitionen in Ideen und Equipment kann sich lohnen, wie auch unser Best-Practice-Beispiel von der Gutsschänke Gut Hühnerhof in Hessen beweist.

Markisen Sonnenschutz

Sonnen- und Regenschutz: Entweder in mobile Lösungen oder Markisensysteme investieren, die auf bauliche Anforderungen etc. zugeschnitten werden und sich durch Beleuchtung und Wärmestrahler ergänzen lassen. Unbedingt Personal schulen im Umgang mit Schirmen & Co.! Gerätekosten: abhängig von Fläche und Aufwand. Wichtig: Terrassenplanung am besten mit Profis erstellen, ggf. Stufenplanung mit Ergänzungen im nächsten Jahr o. ä. Auch Unterhaltskosten inkl. Wartung berücksichtigen!

Wind im Feld

Windschutz: bei windigem Wetter, insbesondere an der Küste sinnvoll. Auch gegen Lärm und Schmutz hilfreich. No-Go: Plexiglas, wird nach mehrmaligem Reinigen milchig und unansehnlich. Auch gut als zusätzliche Werbeträger nutzbar! Profi-Tipp: Durchschnittlichen Umsatz pro Platz ausrechnen und dann schauen, wieviel Ertrag zusätzliche Öffnungsstunden und -tage bringen würden, um die Amortisierung der Kosten zu beurteilen.

Wärme: Umweltfreundlicher als der klassische Heizpilz ist ein Infrarot-Heizstrahler, fest installiert oder als mobiler Ständer. Angst vor hohen Stromkosten? Diese können genau berechnet werden, durchschnittlicher Preis beim Markenanbieter z. B. ab 5 Cent pro Platz und Stunde. Moderne Strahler lassen sich per Apps, Fernbedienung oder Zeitschaltuhr bedienen. Gerätekosten: inkl. Installation ca. 20-30 Euro pro Sitzplatz beim Markenanbieter, d. h. bei einer 30-Sitzplätze-Terrasse ca. 600-900 Euro.

Lautsprecher Box

Musik: Musik kann auch draußen die Stimmung und Verweildauer der Gäste beeinflussen und den Umsatz ankurbeln. Ein passendes Musikkonzept hängt ab von der vorhandenen Hardware, Ort, Uhrzeiten, Jahreszeit und Anlass. Für größere Betriebe lohnt sich ein Profianbieter, der sich gegen eine monatliche Gebühr um Playlisten und Hardware kümmert. Auch attraktiv für Ihr Publikum: Live-Musik-Events!

Speisenangebot: Denken Sie sich für die Außengastro z. B. saisonale Specials wie typische Wohlfühl-Wintergerichte aus, wärmende Eintöpfe, Gerichte aus der Alpenküche oder solche, die sich gut vorbereiten lassen. Je größer die Terrasse, desto kleiner sollte die Karte sein, um die Personalressourcen optimal zu nutzen. Mit regionalen und saisonalen Produkten punkten Sie besonders.

Masken und Hygiene

Investitionen: Check: Gibt es derzeit Förderhilfen oder günstige Kredite in meinem Bundesland? Infos z. B. bei der örtlichen Handelskammer oder Ihrem Steuerberater. Profi-Tipp: Bei guter Auslastung kann sich selbst eine Investition von 40.000 Euro bereits nach fünf bis sechs Monaten amortisiert haben.

Hygienekonzept transparent machen: So fühlen sich die Gäste sicher und gut aufgehoben.

Hühnerhof Alm

Täuschend echt: Die Decke in Holzoptik besteht aus Stoffbahnen.

Hühnerhof Alm 2

Almfeeling: Die Holzhütten wurden extra angefertigt.

Die Gutsschänke Gut Hühnerhof im hessischen Gründau ist vor allem als Hochzeitslocation und für ihren schönen Biergarten bekannt. Seit Oktober hat Betreiber und Küchenchef Stefan Schwedt daraus mit seinem Team ein Almhüttenszenario gestaltet, das den Betrieb erfolgreich durch Herbst & Winter bringen soll.

Wie kamst du auf die Idee zum Almhütten-Biergarten?

Stefan Schwedt: Ich habe im im April darüber nachgedacht, wie wir durch diese Pandemie kommen können. Wir haben den Biergarten mit einem gut lüftbaren Zeltkonzept überdacht, welches nur unsere große Kastanie auslässt. Ursprünglich hatte ich das Zeltkonzept für drei Monate gemietet, schließlich habe ich es dann gekauft. 
Für den Herbst haben wir uns überlegt, alles zu einer Almhütte umzubauen. Wir wollten Jausen wie beim Après-Ski anbieten und haben im Freundeskreis gefragt: „Was haltet ihr davon?“ Jeder hat gesagt: „Das ist eine geniale Idee, macht das!“ Zusammen mit einem Hüttenmacher habe ich die Außengastronomie geplant. Wir haben zwei Hütten ins Zelt reingebaut, komplett mit Küchen- und Thekenausstattung. Jetzt ist alles überdacht und beheizbar für ca. 60 Personen. An der Decke befinden sich Stoffbahnen in Holzoptik und Deckenventilatoren. Das Zelt lässt sich komplett vorne aufmachen und so gut lüften. Draußen stehen Stehtische und ein großes Nagelholz sowie eine überdachte Eisstockbahn, die ich bereits letztes Jahr gekauft hatte. Die Umsetzung hat insgesamt etwa eine Woche gedauert. 

Welche Ausstattungselemente hast du dafür gebraucht und wieviel musstest du investieren?

Wir haben dafür aus unseren Lagern alles an Decken, Deko etc. rausgenommen, was wir da hatten, vieles aber auch neu angeschafft, wie Standheizstrahler mit Timerfunktion, eine Wärmebrücke und einen Knödeldämpfer. Mit Zelt und allem haben wir rund 30.000 Euro investiert. Wir haben aber auch von Fördermitteln profitiert und die Preise etwas angehoben. Das gefällt natürlich nicht jedem Gast.

 

Stefan Schwedt

Wir wären nicht wir, wenn wir uns nicht auch für den Herbst und Winter vorbereitet hätten.

Stefan Schwedt

Etageren Hühnerhof

Zünftig: Etageren mit alpenländischen Spezialitäten.

Hühnerhof Eisstockbahn

Gaudi: Eisstockschießen.

Wie ist der Zuspruch bisher?

Stefan Schwedt: Wir bekommen derzeit jeden Tag Anmeldungen für den Biergarten und Anfragen für Weihnachtsfeiern rein. Für Feiern lässt sich das Zelt ab 40 Personen für eine Raummiete von 250 Euro exklusiv mieten. Nur für Weihnachten selbst sind die Reservierungen noch sehr verhalten.

Welche Gerichte bietet ihr an?

Für Gruppen werden große Pfannen mit s Schweinsbraten, Minihaxen, gegrilltem Schweinebauch, Semmel- und Kartoffelknödel, hausgemachtem Dämmkraut und deftiger Braunbiersauce sowie Brotzeit-Etageren serviert. Das kommt sehr gut an. À la carte gibt es aktuell z. B. Gänsebraten, Käsespätzle, Wildschweingulasch, Bigos, Apfelstrudel, Klassiker wie Burger, Steak und Schnitzel sowie vegetarische und vegane Gerichte.

Bis wann wollt ihr das Konzept beibehalten?

Wir haben momentan täglich geöffnet und wollen das Konzept bis Mitte März so beibehalten.

Was würdest du jemandem raten, der seine Außengastronomie ähnlich umgestalten möchte?

Zum einen muss man darauf achten, alles hygienetauglich zu gestalten. Und vor allem: Es muss sich rechnen! Wir haben unser Konzept vom Veterinär- und vom Gesundheitsamt abnicken lassen und konnten von der Überbrückungshilfe III profitieren.

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