Speisekarte

Energiekrise- was bedeutet das für die Gastronomie?

von Jennifer Müller-Hartfeld
© Patrick Tomasso Unsplash
Prof. Dr. Torsten Olderog ist Branchenkenner und Gastrocoach. Wir haben mit ihm über den nahenden Winter und die Auswirkungen der Energiekrise für die Gastronomie gesprochen.
Torsten Olderog
Prof. Dr. Olderog ist Branchenexperte.
© Service-Bund

Drei Fragen an den Experten: 

Wie schätzen Sie die Lage der Gastronomie ein?

Energie wird zu einem Kostenproblem. Küchen funktionieren häufig mit Gas oder Starkstrom, und da flippen gerade die Preise aus. Der Gaspreis vervierfacht sich, dazu kommt die Gasumlage, das wird noch ein relevanter Posten. Die Sorglosigkeit, morgens erstmal alle Geräte anzumachen, wenn diese bei der Produktion noch nicht gebraucht werden, gehört wohl der Vergangenheit an. Energiesparen in der Profi-Küche wird ein großes Thema sein.  

Was bedeutet das für einen Gastronomen?

Es muss überlegter produziert und geplant werden. Neben der Personalplanung geht es darum, den Einsatz der technischen Geräte zu planen.  Wie lange braucht z. B. der Kombi-Dämpfer, um hochzufahren, wie lange brauche ich den eigentlich, wann ist der optimale Zeitpunkt ihn einzuschalten? Den Einsatz der thermischen Geräte sollte man also genauso planen. Man plant ja auch den Einsatz von Personal so, dass keiner einfach irgend-wo rumsteht. Und so muss man jetzt mit Kochblock, Herd, Kipper und anderen Geräten verfahren. So wie ein Mitarbeiter einen Stundenlohn kostet, kosten die Geräte jetzt vier Mal so viel Energie als zuvor. Und wer noch alte Glühbirnen benutzt, sollte diese spätestens jetzt austauschen. 

Wirkt sich das auf die Gästezahlen aus, weil jetzt allgemeines Sparen angesagt ist?

Absolut. In den  USA stieg die Inflation schon ein Vierteljahr vor uns. Dort sind die Preise in der Gastronomie um zehn Prozent angestiegen, der Umsatz allerdings nur um zwei Prozent. Das bedeutet acht Prozent echte Mengenreduktion. Ich vermute, dass erwartet auch uns jetzt im Herbst. Es kommt ja einiges zusammen: der Mindestlohnanstieg, die Energiekrise, die Warenkostensteigerung und der Personalmangel. Dennoch müssen wir weiter nach vorne blicken und uns der gegeben Situation anpassen und wieder einmal kreativ werden. Aber wer, wenn nicht die Gastrobranche! 

Preise für Lebensmittel steigen weiter...

Energiekrise Moodbild
© Service-Bund
Teambild
© ebam
Interesse? Wir beraten Sie gerne!
Jennifer Müller-Hartfeld
Content Manager
Jennifer Müller-Hartfeld
© ebam

Das könnte Sie auch interessieren

Kleine Regeln, großer Geschmack
Wein und Essen ergeben zusammen mehr als die Summe ihrer Teile, vorausgesetzt sie sind gut aufeinander abgestimmt. Die richtige Kombination hebt Aromen hervor, gleicht Kontraste aus und gibt einem Gericht eine zweite Ebene. Dahinter steckt keine reine Geschmackssache, sondern nachvollziehbare Sensorik. Bestimmte Inhaltsstoffe im Wein reagieren mit bestimmten Inhaltsstoffen der Speise. In den folgenden Tipps gibt Sommelière Maja Kirsch einen Überblick, wie Wein und Speisen zusammenfinden.
Der König vom See
Kuckucksuhren, Schwarzwälder Kirschtorte und Nadelbäume, soweit das Auge reicht – mehr Schwarzwald als am Mummelsee geht nicht. Das spürt man nicht nur im großen Souvenirshop, auch in der Landschaft, im sagenumwobenen See und im urigen Berghotel.
Verantwortung und Mitgestaltung: die ZNU Zukunftskonferenz
Am 6. Und 7. Mai 2026 erlebte eine Abordnung aus der Service-Bund Zentrale zwei intensive Tage auf der Zukunftskonferenz des ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung. Schon der erste Tag auf der Zeche Zollverein in Essen hielt eine Fülle an Möglichkeiten bereit, Workshops und Vorträge zu besuchen. 
Drei Chefs, ein Ziel
Am 10. Mai war für Deutschland der Earth Overshoot Day. Das heißt, dass wir seitdem auf Pump leben, wenn es um die natürlichen Ressourcen geht, die uns für 2026 zur Verfügung stehen. Was man in der Gastronomie konkret bei Themen wie Saisonalität, Regionalität und Lebensmittelabfällen verbessern kann – und wie man seine Gäste dabei mitnimmt – berichten hier drei erfahrene Küchenchefs.
slash slash
Energiekrise- was bedeutet das für die Gastronomie??