Online-Magazin

Kreativ, ehrgeizig und modern - Pia Völzing

Eine junge Chefköchin, die Hand in Hand mit ihrem Chef Jörg Hofmann und seiner Frau Ute Pfeiffer-Hofmann ein traditionelles Landgasthaus mit einem modernen Steakkonzept auf den Kopf gestellt hat.

Seit zehn Jahren steht Pia Völzing im Hotel Zur Schmiede hinter dem Herd. Die 27-Jährige hat dort ihre Ausbildung gemacht und ist danach zwei Jahre als Köchin geblieben. Nach einem Sabbatjahr in einem Restaurant mit kleiner und feiner Küche ist sie wieder zurückgekommen, um den Chefkochposten zu übernehmen.

Steak by Pia Völzing

Seit die junge Chefköchin in der Schmiede ist, stellt sie mit ihren frischen, kreativen Ansätzen den traditionellen Gasthof auf die Probe und wagt mit den Besitzern Jörg Hofmann und Ute Pfeiffer-Hofmann auch öfter mal was Neues. Der Startschuss zum großen Umbruch im Hotel Zur Schmiede fiel kurz vorm Beginn der Coronapandemie vor etwa zwei Jahren: Jörg Hofmann entscheidet sich gemeinsam mit Pia Völzing für ein modernes Steakkonzept statt der traditionellen Landgasthausküche. Auf die Idee kommt die junge Küchenchefin bei einem Restaurantbesuch nahe Fulda. Hier kann sich der Gast sein eigenes Gericht zusammenstellen und alle Komponenten einzeln bestellen. Begeistert von der Idee und in Ermangelung guter Steakrestaurants in der Umgebung, schlägt sie das Konzept Jörg Hofmann vor – und der willigt nach einer kurzen Nachdenkphase ein. „Anfangs war es schon sehr schwer für meinen Chef, aber er merkt und vertraut mir, dass ich meinen Beruf lebe und nur Gutes für den Betrieb will“, erklärt die Küchenchefin. Mittlerweile steht das gesamte Team des Familienbetriebs hinter der Umorientierung und arbeitet Hand in Hand an einer kontinuierlichen Verbesserung der Strukturen und Abläufe.

Obwohl die Gäste jetzt von überall aus der Region herkommen, um in der Schmiede Steak zu essen, waren gerade anfangs die Stammgäste vor den Kopf gestoßen von der neuen Speisekarte. Gemeinsam mit dem Service wird das aber mittlerweile aufgefangen, und nach anfänglicher Erklärung meistern alle Gäste die Bestellung und sind durchweg zufrieden mit der Auswahl. „Die Gäste danken es einem und fühlen sich besonders, weil man ihnen etwas zutraut“, meint Völzing. Zwar hat das Restaurant ein paar der älteren Stammgäste verloren, spricht aber mittlerweile mit dem neuen Konzept auch vermehrt die jüngere Generation an. Die Küchenchefin berichtet, dass das Restaurant jetzt vor allem sonntags voll sei mit Menschen um die 20 Jahre. Das hätte es früher nie gegeben. 

Hirschbowl by Pia Völzing
Pia Völzing und Jörg Hofmann

Auf der aktuellen Speisekarte findet sich eine kreative Mischung aus modernen Gerichten und den traditionellen Klassikern. Es gibt junge Vorspeisen-Bowls, wechselnde Cuts, ausschließlich von Fleisch der Service-Bund Marke Rodeo, altbekannte Klassiker und eine Auswahl an Desserts. Nur die berühmte Garnelenpfanne durfte nicht weichen. „Für die fahren die Gäste teilweise von richtig weit her zu uns“, erklärt die Küchenchefin. Zu Steak und Klassikern werden die Beilagen, Soßen und Dips extra bestellt. Alle sechs Wochen gibt es eine andere Speisekarte. Gemeinsam mit dem Küchenteam kreiert Völzing die einzelnen Gerichte jedes Mal neu. „Wir sitzen dann abends mal bei einem Wein zusammen und jeder kann seine Ideen mit einbringen, wie das in einem guten Team sein sollte“, veranschaulicht Völzing den Entstehungsprozess. Für die moderne Küche in der Schmiede spielen auch die aktuellen Trends eine große Rolle. Allerdings hat die junge Küchenchefin einen eigenen Ansatz für die Umsetzung: „Ich finde Trends sind eine gute Sache, aber ich bin jemand, der immer gern neu interpretiert.“ Beispielsweise hat Völzing so auch die klassischen Vorspeisen in Bowls verwandelt. In Alsfeld findet man deshalb etwa eine Schweinshaxe und frittiertes Sauerkraut als Vorspeise in einer Bowl. 

Gemeinsam mit zwei anderen Köchen und einem Auszubildenden verarbeitet sie Produkte der Firma Flach aus Frielendorf, die den Betrieb zwei- bis dreimal die Woche beliefert. Besonders auch die Zusammenarbeit mit Andreas Gross aus dem Telefonverkauf schätzt sie sehr. Sie ist beeindruckt von der Flexibilität der Service-Bund Gebietszentrale: „Wenn mal was nicht da ist, dann versuchen die Mitarbeiter immer vergleichbare Produkte zu vermitteln. Dabei sind sie immer freundlich, obwohl auch bei ihnen die Pandemie eine schwere Zeit ist.“ Vor allem bei der Umstellung zum Steakhouse-Konzept war auch Vertriebsleiter Markus Lubrich immer mit einem offenen Ohr zur Stelle, berichtet die Küchenchefin.

Pia Völzing Portrait vor der Schmiede

Jeder kann seine Ideen mit einbringen, wie das in einem guten Team sein sollte.

Pia Völzing

Gericht by Pia Völzing
Cocktail Schmiede Alsfeld

Und nicht nur die jüngeren Gäste freuen sich auch über die Erlebnisgastronomie, die Völzing und ihr Team bieten. Mit wenig Mitteln und Aufwand wird das Beste aus den Gerichten geholt und ansprechend gestaltet. So spielt die Garnitur in Völzings Küche eine große Rolle: „Da haben wir Kleinigkeiten, wie Wassermelonenrettich, und die Leute feiern das, einfach weil der pink ist. Das Auge isst mit und das ist heutzutage ein so großer Punkt!“, erklärt die Küchenchefin. Und die Social-Media-Plattformen geben ihr recht. Vielfach werden Fotos der Gerichte aus der Küche der Schmiede geteilt und Herzen verteilt. Während der Pandemie hat auch die junge Köchin selbst angefangen, vermehrt Bilder und Videos von hinter den Kulissen ihrer Küche und Rezepte zu veröffentlichen. Beigebracht hat sie sich die Kenntnisse selbst. Damit hat sie auch die langjährigen Mitarbeiter im Service der Schmiede angesteckt, die dazu passende Cocktailrezepte zum Selbstmachen für die daheimgebliebenen Gäste erstellt haben. Wie andere Gastronomien hat auch die Schmiede mit dem Außer-Haus-Geschäft überlebt und konnte durch die zusätzliche Werbung in den sozialen Medien teilweise bis zu 200 Essen am Tag verkaufen. „Wir hatten eine Woche, in der ich kaum Werbung gemacht hatte. Und da hatten wir 60 bis 70 Essen weniger. Da merkt man wirklich, dass das etwas ausmacht!“, meint Völzing.

Generell vertritt Völzing aber die Meinung, das Wichtigste sei, dass man voll und ganz hinter dem steht, was man macht, und dass man immer wieder auch Dinge einfach ausprobieren muss. Ganz getreu nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Anderen Gastronomen rät die junge Küchenchefin auf das eigene Bauchgefühl zu hören und Dinge dann auch einfach mal auszuprobieren.

Filtern Sie hier: OnlineBest-practiceGastronomieProfis im PorträtPodcast

Service im Eiscafé

Nutzen Sie ServisaPOS mobil und kompakt in Ihrem Eiscafé oder Eiswagen. Besonders praktisch: Eine Auswahl an gängigen Impulseis-Sorten und Snackprodukten ist bereits im System angelegt. So können Sie

Gemeinsam. Gastronomisch. Durchstarten.

'Gemeinsam. Gastronomisch. Durchstarten.‘ ist das diesjährige Motto für die ExpertPartnership von Service-Bund und der Sander Gruppe. Und das hat einen guten Grund: Als eines der wichtigsten Events im

Mit klugem Kopf & Bauchgefühl

Dautphetal-Mornshausen ist nicht unbedingt ein Ort, der die Massen anzieht. Obwohl die Umgebung der 11.371 Einwohner zählenden Gemeinde, die zum mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf gehört, d

Empfehlen Sie diese Seite auf


...oder per Mail: