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10 Tipps für die Personalsuche

Personalknappheit ist eine der größten Herausforderungen der Gastrobranche. Was könnt Ihr als Arbeitgeber tun, um eure Attraktivität für Mitarbeitende zu erhöhen und die richtigen Zielgruppen anzusprechen? Hier findet ihr Tipps von Experten wie Betriebsberater Björn Grimm und Stefan Schwedt, Betreiber und Küchenchef der Gutsschänke Hühnerhof.

  • Achtet auf das Wording. Björn Grimm: „Formuliere ich, dass ich Servicekräfte und Köche suche, melden sich nur solche. Kann mir bei der ‚Bratenplatte‘ für Familienfeiern nicht auch z. B. eine gut trainierte Hausfrau helfen? Wenn ich sage, ich suche Menschen, die Spaß an Menschen haben, dann spreche ich mehr Zielgruppen an.“
  • Werbt an der Zielgruppe. Björn Grimm: „Klassische Anzeigen funktionieren leider kaum noch. Werbung auf den eigenen Social-Media-Kanälen und auf den Toilettenanlagen kann Sinn ergeben.“
  • Denkt über eine Prämie nach. Björn Grimm: „Vielleicht im Team mal mit einer Kopf-Prämie motivieren, wenn ein empfohlener Kollege drei Monate bleibt. Frei nach dem Motto: Gute Leute kennen gute Leute!“
  • Bietet ein attraktives Gehalt & Benefits. Björn Grimm: „In unserem Betrieb arbeitet bereits jetzt niemand mehr unter 12,50 Euro/ Std., denn der Mindestlohn von 12 Euro wird kommen – und das ist richtig so! Wer motivierte Kräfte will, sollte bereits jetzt schon mehr bezahlen – sonst ist der Job an der Supermarktkasse finanziell attraktiver. Überstunden sind Schulden aus der Vergangenheit – am besten zeitnah auszahlen, denn dieses Stundenabbauen belastet auch wieder die Kollegen.“ Extra-Tipp: Neben dem Bruttolohn können Arbeitgeber auch steuerfreie/-begünstigte Zuschüsse zu Versicherungen, Kinderbetreuung, Firmenwagen, Tickets für öffentliche Verkehrsmittel, Weiterbildungen, Berufsbekleidung, Tank- oder Verzehrgutscheine anbieten. Fragen Sie Ihren Steuerberater!
  • Schöpft aus einem Pool von Aushilfen. Stefan Schwedt: „Für Feiern haben wir eine Gruppe von rund 120 Aushilfen, mit denen wir in einer geschlossenen Facebookgruppe kommunizieren. Dort posten wir ca. anderthalb Monate vorher, was für Feierlichkeiten anstehen und wer Zeit hat, meldet sich.“
  • Plant Briefings ein. Björn Grimm: „Wir machen oft die Erfahrung, dass untrainierte Mitarbeiter planlos durch die Gegend laufen. Selbst ein kurzes Briefing zu Servicebeginn ist leider eher die Ausnahme.“ 
    Stefan Schwedt: „Wir haben ein Anti-Blamage-Programm: Unsere Aushilfen werden alle geführt, geschult und haben einen Ansprechpartner für ihren ersten Tag.“
  • Tut Gutes und sprecht darüber! Björn Grimm: „Listet einfach mal auf, welche tollen Sachen ihr bereits bietet und was euer Mehrwert ist! Und sorgt dafür, dass der Arbeitsalltag hoch professionell vorbereitet ist. Wenn ich als Mitarbeiter schon ein Grauen vor dem Abend habe, werde ich nicht kommen wollen.“ Kürzere Öffnungszeiten und mehr Schließtage ermöglichen familienfreundlichere Arbeitszeiten und eine Vier- oder Fünf-Tage-Woche. Grimm: "Die Wirtschaftlichkeit darf allerdings nicht gefährdet sein!"
  • Führt modern und agil. Björn Grimm: „Wer schreit, schikaniert oder Leute klein macht, ist in der heutigen Realität nicht angekommen. Leider gibt es noch immer solche Führungskräfte. Denen empfehle ich, einfach mal nicht zu demotivieren. Die heutige Jugend ist bunt, divers, selbstbewusst und unbeschwert. Und vermittelt attraktive Werte: Ohne Sinn keinen Spaß. Da sind wir wieder bei Bio, Regionalität, Nachhaltigkeit und Tierwohl!“
  • Hört nie auf, zu suchen. Björn Grimm: „Man muss immer darauf eingestellt sein, dass man personell Lücken bekommt. Viele Treuschwüre sind nichts wert.“ Enzo Weber, Professor am Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) empfiehlt, Minijobs in sozialversicherungspflichtige Stellen umzuwandeln oder gezielt Langzeitarbeitslose anzuwerben.
  • Pflegt den Bestand. Björn Grimm: "Der Fokus liegt auf den Neuen – aber auch die bestehenden Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen. Überlastungen sind zu vermeiden: Müssen es mehrere Veranstaltungen gleichzeitig sei oder ist weniger da auch mehr? Weitere Abwanderungen kann niemand gebrauchen. Auch weiche Faktoren sind wichtig: Kleine Events für das Team, mal ein Präsent oder eine Aufmerksamkeit im Alltag! Und die Kommunikation aufrechterhalten – da ist in den vergangenen Wochen viel kaputt gegangen!"
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Geschenkübergabe
Betriebsberater Björn Grimm

Wenn ich sage, ich suche Menschen, die Spaß an Menschen haben, dann spreche ich mehr Zielgruppen an.

Björn Grimm, Betriebsberater und Küchencoach

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