
THE VERY ITALIAN WAY
Erfolgreich im Hintergrund
„In unserer Heimat Sizilien ist Essen nicht nur Nahrungsaufnahme. Da kommt die ganze Familie zusammen, wir tauschen uns aus und feiern das Leben“, erklärt Paolo Tornetta, der an der Südküste der Insel aufwuchs und mit 20 Jahren nach Deutschland kam. Heute multipliziert er dieses Lebensgefühl äußerst erfolgreich mit Mezzomar: „In Deutschland gibt es viele Restaurants, die italienisch sein wollen, aber nur wenige denken italienisch.“ Was er damit meint, verdeutlicht ein Sprung in die Vergangenheit. „Mein Cousin Lillo und ich haben in Wesel eine typisch deutsche Kneipe geführt – das Litfass“, erinnert sich Tornetta. Irgendwann kombinierten die zwei Bier, Tresen und Stammtisch mit italienischer Gastfreundschaft, Essen und Atmosphäre. Mit viel Erfolg, sodass der nächste Schritt zum ersten eigenen Restaurant führte. Das Il Fiume an den Weseler Rheinterrassen lief sehr erfolgreich. „Plötzlich hatten wir noch größeren Erfolg, aber keine Freiheit mehr, denn die Gäste kamen wegen uns. Wenn wir nicht da waren, sind die meisten wieder gegangen. Das war wie ein goldener Käfig“, erinnert sich Tornetta.
EIN STARKES KONZEPT
Schon damals war dem Duo klar, dass sich Gastronomie auf Dauer nur betreiben lässt, wenn das Konzept stärker ist als die Personen, die dahinterstehen. „Es hat noch etwas gedauert, bis die Idee zu Mezzomar kam. Ich habe damals die Gastro im Schloss Moers betrieben. Es gab dort eine Art Kellergewölbe mit kleiner Terrasse, wo ich im Sommer gern mit Freunden gesessen habe, das war zunächst nicht öffentlich. Dann kamen immer öfter Spaziergänger vorbei und haben gefragt, ob sie sich setzen können und auch ein Glas Wein bestellen können“, berichtet Tornetta. Aus einem Glas Wein machte er kurzerhand das Pacino’s – ein radikal simples Konzept. „Wein, Wasser, Bier und kleine Portionen italienischer Klassiker für fünf Euro. Bald hatte ich im Pacino’s mehr Gäste als oben im Restaurant.“ Ein weiteres Pacino’s im Duisburger Innenhafen und schließlich in der Düsseldorfer Altstadt folgten. Alles lief bestens, bis ein anderer Gastronom das Duo wegen der Nutzung des Namens verklagen wollte. Also musste eine Namensänderung her. „Mein Cousin sagte ‚jetzt sind wir Mezzo Mare‘, das bedeutet ‚mitten auf dem Meer‘, sowas wie ‚verloren‘“, erklärt Tornetta. Doch verloren war nichts. Aus Mezzo Mare machten Paolo und Lillo Mezzomar und entwickelten ein völlig neues Konzept.





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