
Ein Gericht und seine Geschichte
Stielmus

Wer kennt es noch?
Seine Wurzeln reichen weit zurück. Rüben gehörten im Mittelalter zu den wichtigsten Nahrungsmitteln in Mitteleuropa. Während die Knollen kulinarisch den Winter überbrückten, lieferte der frische Rübstiel im Frühjahr die ersten Vitamine. Von Beginn der Industrialisierung bis weit in 1980er-Jahre hinein wuchs der Rübstiel in den meisten Gärten der typischen Arbeitersiedlungen. Denn bei Bergleuten und Stahlarbeitern waren die finanziellen Mittel meist knapp und der Hunger nach einer langen und körperlich anstrengenden Schicht groß. So entwickelte sich besonders im Rheinland und Ruhrgebiet aus dem Rübstiel ein schlichtes, nahrhaftes Gericht: grob gehackt, gedünstet, mit Kartoffeln vermischt und oft ergänzt durch eine Fleischkomponente wie z. B. Speck, Mettwurst, Dosenfleisch oder Schweinebacke.


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