
Der König vom See
Sagenhaft schön
Eingebettet in die Berge des Nationalparks Schwarzwald, auf über 1.000 Metern am Hang der Hornisgrinde, lockt der Mummelsee jährlich rund eine Million Besucher an. Seit 18 Jahren betreibt Karl-Heinz Müller am Fuß des südlichen Ufers die „Erlebniswelt Mummelsee“, ein Ensemble aus Hotel, Restaurant, Imbiss, Tretbootverleih und zwei „Schwarzwaldläden“. Durch seine Lage direkt an der Schwarzwaldhochstraße treffen hier Wanderer, Wochenendausflügler, Touristen, Radler und Motorradfahrer aufeinander. Postkarten-würdige Aussichten locken ebenso wie verwunschene Wanderwege um den See und in die Berge, eine katholische Kapelle aus den 70er-Jahren, frische Holunderlimonade, ein Glas Wein aus der Ortenau oder ein Stück hausgemachte Schwarzwälder Kirschtorte

Quereinstieg und Neuanfang
Bereits seit 1978 betrieben Müllers Schwiegereltern das Hotel am Mummelsee, dessen Gelände einer Waldgenossenschaft gehört. Nach einer Insolvenz im Jahr 2008 entschieden sich Karl-Heinz Müller, eigentlich gelernter Bankfachwirt, und seine Frau Bärbel, den Betrieb zu übernehmen. „Wenn ich den unbedingten Willen zu etwas habe, ist eine fachliche Ausbildung aus meiner Sicht nicht immer die Grundvoraussetzung,“ sagt Müller über seinen Quereinstieg. Lange währte die Freude der frischgebackenen Hotelpächter jedoch nicht, denn noch im selben Jahr zerstörten ein Feuer und das Löschwasser das Hauptgebäude.
Erst 2010 konnte es wiedereröffnet werden – dafür etwas größer, deutlich moderner, mit kleinem Wellnessbereich, aber ebenfalls im traditionellen Schwarzwaldstil. Die Jungunternehmer hatten damals selbst gerade ein Haus gebaut und zwei kleine Kinder. „Mit gewissem Abstand hat es sehr positive Effekte gehabt, da wir jetzt eine Infrastruktur haben, die mit dem alten Gebäude nicht möglich gewesen wäre.“
Vier Säulen für den Erfolg
Heute beschäftigen die Müllers rund 80 Mitarbeitende, davon 40 Festangestellte. Für die Küche und die Konditorei werden etwa 15 Paar Hände benötigt. Übernachtungsgäste aus Deutschland und dem nahen Frankreich finden in 27 Zimmern knapp 70 Betten vor, die inzwischen ganzjährig gut ausgelastet sind. Im Winter bietet der Mummelsee neben schneebedeckten Landschaften Langlaufloipen, einen nahegelegenen Skilift und im Hotel auch Saunen. Im Sommer verspricht er Abkühlung. Karl-Heinz und Bärbel Müller setzen auf vier Säulen: das Restaurant, für welches der Tagestourismus eine große Rolle spielt, das Hotel, die beiden „Schwarzwaldläden“ mit Souvenirs sowie Imbiss – und: „Die vierte Säule ist die Natur.“ Ihr Erfolgsgeheimnis: echte Schwarzwälder Gastfreundschaft. „Wir möchten eine heimelige Atmosphäre schaffen“, erklärt der Geschäftsführer. „Man soll ankommen, erleben, genießen – alles ganz unkompliziert. Das versuchen wir auch unseren Mitarbeitern zu vermitteln. Diese sollen sich wohlfühlen – das spürt nämlich der Gast.“



Von Sagen und Seejungfrauen
Eigentlich kommt sogar noch eine fünfte Säule des Erfolgs dazu: Die Sagenwelt rund um den Mummelsee. Ihr Name geht laut Angaben der Gemeinde Seebach auf die weißen Seerosen zurück, im Volksmund „Mummeln“ genannt, die dort früher zahlreich vorgkamen. Heute leben im sauer-torfigen Wasser weder Fische noch Seerosen. Mystischer ist jedoch die Herleitung des Namens von den als Mümmlein bezeichneten Seejungfrauen. Sie wohnen angeblich in den unergründlichen Tiefen des Sees in einem prächtigen, kristallenen Schloss des Seekönigs und stiegen empor, um den Menschen zu helfen und mit ihnen zu tanzen.

Echt schwarzwälder Küche
So tief verwurzelt der Mummelsee in der Region ist, ist es auch das kulinarische Angebot. „Regionalität spielt für uns eine große Rolle“, bekräftigt Karl-Heinz Müller, der unten im Kinzigtal lebt. So finden sich auf der Karte des französischen Küchenchefs Chauvet deutsche und Schwarzwälder Klassiker gepaart mit internationalem Flair, Wochengerichten und saisonalen Spezialitäten. Auf der Karte stehen „Schwarzwälder Antipasti“ ebenso wie Käsespätzle, Maultaschen, Wurstsalat, Leberkäse und Forellen, Rumpsteak, Elsässer Flammkuchen sowie die Mummelsee-Burger. Bestseller und Aushängeschild ist natürlich die Schwarzwälder Kirschtorte – an einem sonnigen Sonntag werden gern 20 große Kirschtorten verspeist. In den Schwarzwaldläden steht außerdem das frisch gebackene Holzofenbrot hoch im Kurs.
Wirt von Dred, Großkarolinenfeld
Wirt von Dred, Großkarolinenfeld


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