
Next Level Kantine: Nachhaltige Betriebsgastronomie bei Freudenberg
Auf dem Weg zur Green Canteen
Seit dreieinhalb Jahren verantwortet Alexander Thiel die Betriebsverpflegung der Freudenberg-Gruppe im Industriepark Weinheim. In dieser Zeit hat er zusammen mit seiner Küchen- und Service-Mannschaft den Speiseplan grundlegend verändert, die Green Canteen-Zertifizierung erlangt und am Wettbewerb zur Besten Kantine Deutschlands teilgenommen. Dabei wurde die Betriebsgastronomie jüngst mit dem renommierten Food & Health Siegel ausgezeichnet – einer anerkannten EU‑Gewährleistungsmarke für herausragende Betriebsgastronomie.

Modernes Verpflegungskonzept
Freudenberg entwickelt als globales Technologieunternehmen technisch führende Produkte für rund 40 Marktsegmente. Am Hauptsitz des familiengeführten Unternehmens in Weinheim versorgt die Freudenberg Verpflegungsdienste KG mehrere Tausend Mitarbeitende sowie weitere Mieterinnen und Mieter des Industrieparks in einem großen Betriebsrestaurant, einem Bistro, einer Kaffeebar und einer kleinen Außenkantine. Alexander Thiel, Leiter Verpflegungsdienste und sein Team aus rund 40 Mitarbeitenden sind zuständig für die Frühstücks- und Mittagsverpflegung, den Konferenzservice sowie das Catering in externen Locations der Unternehmensgruppe.

Doppelt ausgezeichnet
Mit über 20 Jahren Erfahrung als Küchenchef und dem Engagement für Nachhaltigkeit aus vorherigen Projekten startete Thiel seit 2023 die Umstellung zur „Green Canteen“. Die Zertifizierung umfasste über 100 Fragen in acht Kategorien, von Einkauf über Bio-Anteil bis zu Diversity Management und nachhaltiger Arbeitskleidung. Das Team der Verpflegungsdienste erreichte mittlerweile 90 Prozent der Kriterien (ab 60 Prozent wird das Siegel vergeben). Seit 2025 ist Freudenberg zudem als Green Coffee Bar zertifiziert und damit europaweit einzigartig mit beiden Auszeichnungen. Das war möglich durch den Fokus auf nachhaltige und gesundheitsfördernde Speisen, Fleisch aus artgerechter Haltung, regionalen Lieferanten, Müll- und Food-Waste-Reduzierung, Energieeffizienz sowie regelmäßigen Mitarbeitendenschulungen.

Vier Menülinien für jeden Geschmack
Im Betriebsrestaurant werden werktags zwischen 11:30 und 13:30 Uhr rund 1.000 bis 1.400 Mahlzeiten verkauft. Neben Salat- und Dessertbuffet stehen vier Menülinien zur Auswahl: zwei mit Fleisch oder Fisch, eine vegane und eine vegetarische Linie. Gäste können zwischen sehr gesunden Optionen und klassischer Hausmannskost wählen. Freitags ist „Restetag“: Übriggebliebene Speisen werden kreativ weiterverarbeitet, um Food Waste zu vermeiden. Zu den beliebtesten Gerichten zählen das regionale Kochkäseschnitzel mit Bratkartoffeln und Zwiebeln sowie die donnerstags frisch gebackenen, veganen Zimtschnecken im Bistro. Von 7.30 bis 15.00 Uhr gibt im Bistro es Frühstück, Bowls, Pinsas, Pizza, Aktionsgerichte und Kuchen.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit
Neben einem hohen Bio-Anteil legen die Freudenberg Verpflegungsdienste besonderen Wert auf Regionalität und direkte Partnerschaften mit Bauern, Produzenten und dem Service-Bund Unternehmen Flach Rhein-Main aus Büttelborn, das werktags täglich frisch liefert. Die Zusammenarbeit ist geprägt von flachen Hierarchien und direktem Kontakt. Anpassungen wie die Umstellung auf Großgebinde helfen dabei, Müll zu reduzieren und die Prozesse nachhaltiger zu gestalten.

Tipps für nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung
Allen Betrieben, die nachhaltiger werden oder eine Green Canteen-Zertifizierung anstreben, empfiehlt Alexander Thiel vor allem eins: einfach anfangen! „Macht euch auf den Weg und werdet, auch mit professioneller Unterstützung, Schritt für Schritt besser.“ Niedrigschwellige Anpassungen sind zum Beispiel die Umstellung auf Biomilch oder hochwertige Gewürze: Dies sind zwar teurer, zahlen sich jedoch durch höhere Qualität und ggf. geringeren Verbrauch aus.
Zukunft: Sanierung, Kommunikation und Umwelt
Die größte Herausforderung für die Betriebsgastronomie ist das in die Jahre gekommene Gebäude. Auf der Prioritätenliste ganz oben steht daher eine Bestandsaufnahme für eine Sanierung im Fokus. Weitere Ziele sind die Verbesserung der Verpflegungssituation für die Produktion im Schichtbetrieb, die Einführung einer App zur umfassenderen Gästeinformation sowie die weitere Optimierung des CO2-Fußabdrucks. Alexander Thiel ist stolz auf sein Team und das gemeinsam Erreichte: „Wir haben hier jeden Tag 1.200 Möglichkeiten, das Thema Gesundheit und Nachhaltigkeit in den Fokus zu rücken. Und das ist eine Herzensangelegenheit für uns alle!“

