Servisa Magazin

Mit Leidenschaft zum Erfolg

Rainer Becker ist zweifelsohne einer der erfolgreichsten deutschen Köche und Gastronomen. Hierzulande ist der Wahl-Londoner allerdings eher unbekannt. Allenfalls kulinarischen Globetrottern dürften die Namen seiner Konzepte ein Begriff sein: Zuma, ROKA & Shochu Lounge, ETARU und Oblix.

Auch Teilnehmer des Campus for culinary friends 2017 in Künzell bei Fulda durften Becker kennenlernen, der damals als Referent auf der Bühne stand. Aktuell betreiben Becker und sein Geschäftspartner
Arjun Waney 19 Restaurants in elf Ländern. Als die beiden im Jahre 2002 mit der Eröffnung des ersten Zuma-Restaurants in London starteten, hielten sie nicht wenige für komplett verrückt. „Die meisten
haben uns zwischen drei und sechs Monaten gegeben – gerade in einer Stadt wie London, wo der Wettbewerb hart ist“, erzählt
Becker. Doch der Reihe nach. Über Stationen in der gehobenen deutschen Gastronomie gelangte der von der Mosel stammende Deutsche Mitte der 1990er-Jahre erstmals nach Japan, wo er im Park Hyatt Tokyo als Executive Chef anheuerte. „Bevor ich nach Japan kam, war ich zwei Jahre in Sydney. Da ist alles sehr multikulti, und zu Anfang kam mir die japanische Esskultur sehr eindimensional vor. Doch dann habe ich mich in das Essen und in die Kultur verliebt.“

Japanliebe
Nach sechs Jahren Japan zog es Becker zurück nach Europa ins Londoner Hyatt Regency. Doch die Liebe und Faszination
für die japanische Kultur und Küche ließen ihn nicht mehr los, und
die Idee für ein eigenes Projekt reifte in seinem Kopf. „In Japan gibt es das Konzept des Izakaya – eine Mischung aus Gasthaus und Bar. Die Stimmung ist dort locker und informell, jeder ist willkommen. Das war meine Inspiration für das Zuma.“ Neben der Inspiration benötigte Becker jedoch auch einen Investor. „Ich hatte damals einen potenziellen japanischen Investor, der dann jedoch abgesprungen ist. Das habe ich durch Zufall meinem Friseur erzählt, der hat mich dann an Arjun Waney vermittelt.“ Bereits eine Woche später trafen sich die beiden und arbeiten bis heute zusammen. Im Jahr 2002 eröffneten sie das erste Zuma im Londoner Stadtteil Knightsbridge.
Mit dem Zuma interpretierte Becker das Thema Izakaya auf einem höheren Niveau. Serviert wird eine authentische japanische
Küche, jedoch zeitgemäß interpretiert. Die Intensität der Aromen ist an den internationalen Gaumen angepasst. Neben Sushi und Speisen vom Robata-Grill stehen auch Snacks, Salate und Signature-
Dishes auf der Speisekarte. Aufgrund des großen Erfolges des Zuma
tüftelte Becker schon bald an einer neuen Idee und eröffnete 2004 das ROKA. Ebenfalls  an die Kultur des Izakaya angelehnt, liegt der Fokus des ROKA noch mehr darauf, ein Restaurant für die Nachbarschaft zu sein und die japanische Grillküche zu servieren. Das Design ist ein wenig rustikaler, die Speisen günstiger. Fester Bestandteil des Konzeptes ist jedoch auch hier der Robata-Grill. Ein Konzept, das wieder voll einschlug und mit aktuell fünf Standorten in London vertreten ist.

Die Konzepte

Zuma
13 Standorte auf drei Kontinenten:
u. a. Hongkong, Las
Vegas, Abu Dhabi, Dubai
www.zumarestaurant.com

ROKA
vier Standorte in London
www.rokarestaurant.com

Oblix at the Shard
2013 eröffnete Becker im Londoner
Wolkenkratzer The Shard
das Oblix – ein Grillrestaurant
im New-York-Style mit Livemusik.
www.oblixrestaurant.com

ETARU
zwei Standorte in Florida, USA
www.etarurestaurant.us

INKO NITO
drei Standorte, einer in London,
zwei in Los Angeles
www.inkonitorestaurant.com

 

 

„Mir hat das Zuma so viel Spaß gemacht, ich hatte ein tolles Team hinter mir, dem ich vertrauen konnte. Gleichzeitig musste ich meinen Leuten aber auch die Möglichkeit bieten, sich zu entwickeln“, erklärt Becker. Im Jahr 2007 wurde es dann Zeit für die Expansion des Zuma. Standort Nummer zwei wurde Hongkong - elf weitere folgten. Im August 2017 in Hallandale Beach sowie im Juni 2018 in Fort Lauderdale (beide in Florida). In den USA eröffneten unter dem Namen „ETARU“ zwei ans ROKA angelehnte Restaurants in spektakulären Locations,

Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 2.100 Mitarbeiter weltweit,
allein 700 davon in London. Der Umsatz lag 2017 bei 200 Millionen Euro. Beeindruckende Zahlen, auf denen sich Becker jedoch nicht ausruht. Zum einen, um auch weiterhin Talente im Unternehmen
zu halten, zum anderen, weil er nach wie vor großen Spaß an seiner Arbeit hat. Neuestes Baby in der Familie ist das INKO NITO mit einem Standort in London und zwei Standorten in Los Angeles. Das Speisenangebot ist japanischer Robatayaki mit einem unkonventionellen Twist und einem Hauch von koreanischen Einflüssen.

 

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