Servisa Magazin

Familiensache

Ob in Dubai, Paris oder Moskau – Marcus Michel kann durch die Firma Bauer inzwischen viele Messeküchen dieser Welt sein Zuhause nennen. Sein größter Rückhalt bleibt aber die Familie. Nahe dem Thüringer Wald leitet er das Hotel und Restaurant „Bergfried“, wo jedes Familienmitglied seine Aufgaben hat.

Umgeben von grünen Bergen und Wäldern, soweit das Auge reicht, bietet sich Saalfeld als idealer Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen rund um die Stadt an. Mit rund 25.000 Einwohnern ist die Kreisstadt im Südosten Thüringens überschaubar und zählt mit seiner über 1100-jährigen Geschichte zu den ältesten Städten im Bundesland. So finden sich hier noch insgesamt vier mittelalterliche Stadttore sowie das älteste Carillon (Turmglockenspiel) Deutschlands. Unweit davon und mit einem Panoramablick über das Saaletal steht die „Villa Bergfried“, zu der Gastronom Marcus Michel eine besondere Verbindung hat. „Mein Urgroßvater war der Fuhrparkleiter und Chauffeur des damaligen Besitzers und Schokoladenfabrikanten Dr. Ernst Hüter“, erzählt der Sohn einer Gastronomen-Familie stolz. „Hier bieten wir regelmäßig Caterings für Hochzeiten an oder führen Veranstaltungen durch.“

„Bergfried“ boomt

Nur einen kurzen Fußweg entfernt und bergauf in ein grünes Naherholungsgebiet geht es zu seinem Betrieb „Bergfried“, das sowohl ein Restaurant als auch ein Hotel umfasst. Vor über 40 Jahren übernahmen Michels Eltern Karin und Wolfgang das Restaurant, das zu DDR-Zeiten Betriebsgaststätte und Kinderferienlager war. „Mein Vater hat in einem Werkzeugmaschinenbetrieb gearbeitet, meine Mutter war nebenbei in der Gastronomie tätig und sie wurden irgendwann gefragt, ob sie die Gaststätte nicht übernehmen wollen“, berichtet der gelernte Koch. Nach und nach modernisierten sie das Gebäude. Heute findet sich im Restaurant Platz für rund 100 Gäste, im Jahr 1996 erbaute die Familie zusätzlich das gleichnamige Hotel. Das große Grundstück bietet noch mehr Möglichkeiten: In der warmen Saison organisiert Michel Showkochveranstaltungen auf dem hauseigenen Grillplatz und im Backhaus bereitet die Familie Flammkuchen zu.

Der Laden brummt, einen Ruhetag gibt es nicht. „Bei uns funktioniert viel über die Stammkundschaft und durch Mund-zu-Mund Propaganda“, erzählt Marcus Michel. „Wir haben Kunden, die sowohl Jugendweihen und Hochzeiten als auch Silberhochzeiten bei uns gefeiert haben.“ Und er fügt schmunzelnd hinzu: „Einige wollen ihre goldenen Hochzeiten gar nicht bei mir, sondern nur über meine Eltern buchen.“ Im Jahr kommt der Betrieb auf durchschnittlich 50 Hochzeiten – selbst das Fernsehen war schon für eine Hochzeits-Doku da –, wobei die Gästeanzahl durch Festzelte im Außenbereich flexibel angepasst werden kann.

Schwerpunkt Familie und Regionalität

Obwohl Michel vor fast zehn Jahren den Betrieb von seinen Eltern übernahm, wird keines der Familienmitglieder arbeitsmüde. Zwischen den zahlreichen Bäumen findet sich auf dem Grundstück des „Bergfrieds“ ein neu erbauter Hochsitz. „Mein Vater ist Jäger und dadurch für unsere Fleischprodukte zuständig“, erklärt der Saalfelder. So legt die Speisekarte im Restaurant „Bergfried“ einen großen Schwerpunkt auf die klassisch thüringische Küche. Neben Thüringer Rostbratwurst mit selbstgemachtem Kartoffelsalat finden sich zum Beispiel Thüringer Klöße mit deftigem Sauerbraten oder Wildsahnegulasch, aber auch moderne Interpretationen mit Ananas-Pfeffer-Hollandaisesauce. Das Wild ist ganz klar der Renner unter den Besuchern. „Das, was bei uns auf den Tisch kommt, stammt zu hundert Prozent aus den Thüringer Wäldern, auch die Bratwürste macht mein Vater selber“, fügt Michel stolz hinzu. Neben der Standard-Speisekarte finden sich auch saisonale Karten zu Spargel, Blumenkohl sowie im Herbst zu einer Aktion rund um Rindfleisch von der Service-Bund Marke Rodeo Ranch Quality.

Frauenpower

Michels Mutter Karin ist die gute Seele des Hauses „Bergfried“. „Sie ist früh die erste und abends die letzte, ohne sie wäre Vieles gar nicht machbar“, erzählt Marcus Michel. Zudem koordiniert Karin Michel die Personalplanung, auch über soziale Netzwerke wie Facebook. Weitere familiäre Unterstützung erfährt Michel durch seine Lebensgefährtin Tanja Richter, die als Assistentin der Geschäftsführung unter anderem die Hotelportale leitet, sowie durch seinen Sohn Paul. Der Elfjährige schaut gern in der Küche über die Schultern der Mitarbeiter oder begleitet seinen Opa beim Angeln im eigenen Forellenteich. Auch der junge Rotschopf möchte einmal wie sein Vater den Betrieb der Familie übernehmen. „Meine Eltern haben mir die Entscheidung damals selbst überlassen und das werde ich meinem Sohn auch“, erklärt Marcus Michel.

Enge Partnerschaft

Zahlreiche Parallelen finden sich für den Thüringer Gastronomen auch zur Service-Bund Gebietszentrale Bauer aus dem oberfränkischen Rödental, die den Bergfried einmal wöchentlich beliefert. „Letztendlich ist die Firma Bauer genauso ein Familienbetrieb, wie wir es sind und das macht die Zusammenarbeit so interessant“, so Michel. Bereits seit rund 10 Jahren bezieht er seine Ware aus Rödental und schätzt den persönlichen Kontakt mit Außenmitarbeiter Steve Meckel und Vetriebsleiter Peter Volkmann. Dadurch sind mit der Zeit viele gemeinsame Projekte entstanden, wie Michels Kochshows auf der jährlichen Hausmesse Gourmenia oder Rodeo Workshops.

Berufen für den „Bergfried“

Marcus Michel ist mit dem „Bergfried“ aufgewachsen. Die Küchenchefin Dagmar Schnell kennt ihn fast seit seiner Geburt. Dennoch stand der Beruf des Kochs nicht immer an oberster Stelle für ihn, wie Michel selbst mit einem Augenzwinkern zugibt: „Im Alter meines Sohnes wollte ich eigentlich Mähdrescherfahrer werden, bis ich festgestellt habe, dass man nicht das ganze Jahr über Mähdrescher fahren kann.“ Durch die zahlreichen Berührungspunkte in der Küche während seiner Schulzeit entschied er sich nach dem Abitur dazu, die gastronomische Laufbahn einzuschlagen. Während seine Ausbildung verschlug es ihn ins Allgäu, wo er im Vier-Sterne-Hotel Tanneck lernte. Damals nahm er auch an zahlreichen Kochwettbewerben teil. Die dazugehörigen Zeitungsartikel und Bilder finden sich heute gesammelt eingerahmt im Büro seines Restaurants wieder.

International unterwegs

Nicht nur die Wettbewerbe wurden ein Erfolg in Michels Karriere, daraus entstand vor 18 Jahren auch die enge Zusammenarbeit mit der Firma Bohner. Für das Familienunternehmen präsentiert Michel regelmäßig auf den Messen dieser Welt die neueste Küchentechnik und gibt Kochshows. „Ein Glücksgriff“, wie der Thüringer selbst die Partnerschaft beschreibt. Dafür verschlägt es ihn neben Salzburg, Paris oder Köln jährlich auch auf Messen in Dubai oder Shanghai. „Das ist schon ein ganz anderes Leben dort“, erzählt Michel. Dennoch oder gerade deshalb schätzt er den Rückhalt, den er durch seine Familie in Saalfeld erfährt – egal, ob er auf Messen, im Urlaub oder im Betrieb unterwegs ist. „Würden mich meine Eltern nicht so im ‚Bergfried‘ unterstützen, könnte ich auch nicht so viel reisen“, gibt er zu.

Durch die Zusammenarbeit mit Bohner hat sich gleichzeitig eine enge Verbindung zum Koch und chinesischen Teppanyaki-Meister Xiao Wang aufgebaut, den auch viele Service-Bund Kunden von Events kennen. „Wir sind das Ossi-Dream-Team bei Bohner“, beschreibt Michel die Beziehung lachend. „Ich komme aus dem deutschen Osten und er aus dem Fernen Osten.“

Kreativ und engagiert

Für weitere Projekte in seinem Beruf sprudelt der Saalfelder Gastronom nur so vor neuen Ideen und Plänen. Mit einer Berliner Comedy-Gruppe veranstaltet er beispielsweise einmal im Jahr ein Benefizkrimidinner, das für eine Woche im November in den Räumen der „Villa Bergfried“ stattfindet. Würde es die Personalsituation hergeben, könnte man seiner Meinung nach noch viel mehr Projekte ins Leben rufen.

Auch die Ernährung beim Nachwuchs liegt ihm am Herzen. An einer Saalfelder Grundschule gibt er Ernährungsunterricht, bei dem die Drittklässler den entsprechenden „Führerschein“ absolvieren können. „Mich steckt die Begeisterung der Kinder immer sehr an“, erklärt Michel sein Engagement.

Große Leidenschaft

Nicht nur andere begeistert Marcus Michel von seinem Beruf und seiner gastronomischen Karriere. Die abwechslungsreiche Arbeit bestätigt seine Leidenschaft immer wieder, und dass er sich für den richtigen Weg entschieden hat: „Meine Familie und ich stellen mindestens alle zwei Wochen fest, dass wir etwas so noch nicht erlebt haben“, sagt Michel. „Vor allem zum Thema Hochzeiten könnte ich unzählige Geschichten schreiben!“

Marcus Michel und sein „Bergfried“

  • 1976  in Saalfeld, Thüringen
  • 1996 – 1999 Ausbildung im Hotel Tanneck, Fischen im Allgäu
  • erfolgreiche Wettbewerbe ( Achenbach – Preis / Europäischer Berufsschulpreis Budapest)
  • seit 1999 für die Firma Bohner im Einsatz
  • 1991: Umbau Restaurant
  • 1996: Neubau Hotel „Bergfried“
  • Ausstattung: Grillplatz, Landbackhaus, „Bergfried“-Park
  • insgesamt rund 20 Mitarbeiter

Hier geht's zur Website vom "bergfried"

Starker Rückhalt: Marcus Michel mit Lebensgefährtin Tanja Richter,
seinen Eltern Wolfgang und Karin Michel sowie Sohn Paul.

Marcus Michel auf dem Grundstück seines Betriebs "Bergfried" im thüringischen Saalfeld.

Auf dem großen Grundstück des „Bergfrieds“ findet sich viel
Platz für Veranstaltungen aller Art; auch ein Backhaus ist vorhanden.

Für besondere Anlässe: Mermaid Jakobsmuscheln mit Sepianudeln.

Empfehlen Sie diese Seite auf


...oder per Mail: