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Weltreise in Rezepten

"Wie ich meinen geliebten Stern an den Nagel hängte, mich durch 20 Sehnsuchtsländer kochte und viele kulinarische Souvenirs mit nach Hause brachte." Deutschlands jüngste Sterneköchin Julia Komp war vor der Coronapandemie 14 Monate lang auf Weltreise und hat die Kochkunst der entferntesten Länder kennengelernt. Nach Hause gekommen ist sie mit ihrem Buch Meine Weltreise in Rezepten – gefüllt mit außergewöhnlichen Kochrezepten und Reportagen. Auf 192 Seiten stellt die "Köchin des Jahres 2020" die Interpretationen ihrer Lieblingsgerichte vor. Ob Indonesien, Äthiopien, Indien, Weißrussland oder Marokko: beim Lesen schlendert man gemeinsam mit der 32-Jährigen über die Märkte der Länder, um dann authentische Gerichte nachzukochen. 

Das neue Werk hat uns neugierig gemacht, so dass wir bei Julia Komp mal persönlich nach den Beweggründen für das Buch, Trends oder nach dem Leben mit und nach Corona gefragt haben.

Was hat dich veranlasst, das Buch zu schreiben?

2016 habe ich meinen ersten Michelin-Stern erkocht. Mit nur 27 Jahren wurde ich damals Deutschlands jüngste Sterneköchin. Das war eine wahnsinnige Belohnung für mein Team und mich. In mir schlummerte aber noch ein weiterer Wunsch: die Welt zu entdecken! Also habe ich meinen Koffer inklusive Kochschürze und Messerset gepackt und mich auf eine kulinarische Weltreise begeben. Erst wusste ich nicht, wie lange meine Reise um den Globus dauern sollte. Aus ein paar Wochen wurde dann schließlich mehr als ein Jahr. In mehr als 30 Ländern habe ich tolle, inspirierende Menschen kennengelernt. Und genau diese Inspiration beflügelt mich auch heute noch: In meinem neuen Restaurant "Sahila" möchte ich meine Gäste bald auf eine geschmackliche Weltreise mitnehmen. Ich habe mich lange darum gedrückt, die ganzen Erlebnisse und Rezepte aufzuschreiben. Aber weil es irgendwie sehr schade wäre, sie zu vergessen, habe ich mich dann doch aufgerafft. Und es hat sich gelohnt.

Julia Komp, Meine Weltreise in Rezepten, Gräfe und Unzer Verlag, ISBN 9783833880537, 22 Euro, ebenfalls als E-Book zum Download erhältlich: www.gu.de

Inwiefern hat Corona deine Reise und das Schreiben behindert oder gefördert?

Meine Reise habe ich Anfang 2020 beendet, also noch vor dem Lockdown. Ich habe glücklicherweise alles rausgeholt und konnte ein paar schöne Reiseerinnerung mit in den Lockdown nehmen. Corona hatte so gesehen einen positiven Effekt auf das Schreiben des Buches. Sonst hätte ich es wohl nie geschafft. Es war so viel Arbeit, vor allem die Rezepte!

Was waren für dich die wichtigsten Trends, die du kennenlernen konntest?

Ein Trend, der mir vor allem in Malaysia begegnet ist: "Weniger ist mehr". Die Teller waren oft sehr puristisch. Ein Beispiel dafür ist die Nocke Ziegentartar, die nur mit etwas ausgestochenem Kürbis garniert wurde. Ich hätte mich nie getraut, so wenig zu servieren. Hier in Deutschland müssen die Gerichte in der Spitzenküche immer sehr aufwändig dekoriert sein. In Malaysia wurde mir klar, dass man den "Wow-Effekt" auch auf anderen Wegen erreichen kann. In anderen Ländern sind mir wiederum andere Trends begegnet, man kann es also nicht pauschalisieren. Jedes Land hatte etwas Besonderes. Aber was überall gleich wichtig war, ist das Teamwork!

Eine Einschätzung: Wie sieht die Zukunft der Gastronomie (seit Corona) aus? 

Ich glaube an die Zukunft der Gastronomie. Sonst würde ich in dieser Krisenzeit ja auch kein Restaurant eröffnen. Nach und nach werden die Restaurants wohl wieder voller werden. Was ich aber merke: Es gibt immer weniger Nachwuchs. Die Unsicherheit während Corona hat wohl viele von einer Ausbildung abgeschreckt. Hier müssen wir mehr investieren und der kommenden Generation eine Zukunft bieten.

Welche Tipps kannst du Gastronomen in den aktuellen Zeiten geben?

Zuerst einmal: Haltet durch! Bald ist es hoffentlich geschafft. Außerdem ist es wichtig, Wert auf die richtigen, hochqualitativen Produkte zu legen und auch zu wissen, wo sie herkommen. Nachhaltigkeit ist ein Trend, der bleiben wird. Zu guter Letzt heißt es, ein besseres Arbeitsumfeld für den Nachwuchs zu schaffen. Schließlich ist der unsere Zukunft.

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