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Marktbericht: Schweinepest

16-09-2020

Seit einigen Jahren grassiert in Europa – bislang vor allem im östlichen Europa - die Afrikanische Schweinepest (ASP) unter Wild- und Hausschweinen. Ende 2019 ist das Virus nah an der deutschen Grenze in Polen aufgetaucht, und aktuell, Anfang September 2020 wurde nun offiziell das erste verendete Wildschwein auf deutschem Boden gefunden. In den afrikanischen Ursprungsländern übertrugen damals Lederzecken das Virus der Afrikanischen Schweinepest. Seither ist der Übertragungsweg weltweit aber die Ansteckung direkt von Tier zu Tier. Für den Menschen völlig ungefährlich, kann das Virus auch von Wild- auf Hausschweine übertragen werden, und ist in der Regel tödlich.

Wichtig zu wissen ist, dass nach dem Ausbruch in Deutschland nun ein genereller Exportstopp nach China erfolgt. Im Zuge der Globalisierung hat das Virus nämlich schon seit längerem den größten Schweinefleisch-Konsumenten der Welt, China, erreicht. Die Chinesen versuchten daher im letzten Jahr, auch auf dem deutschen Markt ihren Schweinefleisch-Bedarf zu decken. Damit ist mit Auftauchen der Seuche auf deutschem Gebiet nun Schluss. Die Bestätigung des ersten ASP-Falls in Deutschland sorgt damit für große Unsicherheit bei den Landwirten, Zerlegern und allen fleischverarbeitenden Betrieben. Die Bundesregierung bemüht sich hier aktuell um Lösungen.

Innerhalb der EU sei aber grundsätzlich erst einmal eine Zonierung vorgesehen, außerhalb derer der Handel weitergehen könne, so Dr. Claus Deblitz, stellvertretender Institutsleiter des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft*. Dies bedeutet, dass unmittelbar nur die Produkte nicht mehr für den Export genutzt werden dürften, die in einer Kernzone um eine Fundstelle herum erzeugt würden. Es müsse auch berücksichtigt werden, dass die ASP derzeit in keinem Nutztierbestand aufgetreten sei. Wird ein Fall in der Nähe eines Betriebes bekannt, greifen sehr umfängliche Bestimmungen und Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf großräumige Absperrungen von Landkreisen und Maßnahmen zur intensiven Desinfizierung anliegender Stallgebäude. Abschließend zeigte sich Deblitz zuversichtlich, dass es gelingen würde, die ASP unter Kontrolle zu bekommen. In Belgien sei dies gelungen, das Land habe im August wieder den Status der ASP-Freiheit erlangt. Entscheidend dabei sei dort die schnelle und entschlossene Reaktion der Behörden gewesen. Das Kerngebiet von ca. 12500 ha sei weiträumig abgesperrt und rund 2000 Wildschweine geschossen und anderweitig entnommen worden.

*Quelle: Interview mit Dr. C. Deblitz in www.agrarheute.com vom 11.9.2020

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