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Marktbericht: Fleisch-News

30-11-2015

Mit Veggie hat das Segment der fleischfreien Alternativen einen ganz neuen Stellenwert bekommen: im Ladenregal ebenso wie als Gesprächsstoff. Auch im Oktober 2015 zeigte sich auf der Ernährungsmesse Anuga in Köln: Kaum ein Hersteller von Fleisch oder Wurst präsentierte sich ohne die vegetarische Variante.

Da blickt die Branche natürlich gespannt auf die aktuellen Konsumdaten: Greifen die Verbraucher tatsächlich häufiger zur fleischfreien Wurst statt zur klassischen Lyoner oder zur Bratwurst? In diesem Punkt gab der GfK-Konsumforscher Helmut Hübsch beim Deutschen Fleisch Kongress am 16. und 17. Oktober 2015 in Frankfurt am Main Entwarnung. Die Einkaufsdaten des laufenden Jahres zeigen bislang keinerlei Zurückhaltung bei Fleisch und Fleischwaren. 98,5 Prozent aller Haushalte kaufen nach wie vor Wurst ein. Trotz der gefühlten Veggie-Welle wird Deutschland nicht sofort zum Volk der Vegetarier. Es sind gleichbleibend vier Prozent aller Haushalte, in der ein Vegetarier in der Gemeinschaft lebt. Welcher Bereich den Beobachtungen der GfK zufolge aber tatsächlich wächst, ist der der "Flexitarier", oder wie Hübsch sie nannte: "Fleischreduzierer". Doch selbst sie sind für die Handwerksfleischer kein Grund zur Sorge. Wer seinen Fleischkonsum einschränkt, macht das aus einem bestimmten Grund. Dieser kann gesundheitlicher Natur sein, kann mit den Haltungsbedingungen der Nutztiere zusammenhängen oder auf dem Gedanken "weniger, aber dafür besser" beruhen.

Was sich den Konsumforschern zufolge merklich ändert, ist zugleich das Kochverhalten und die Art, wie und wo der Mensch seine Mahlzeiten zu sich nimmt. Verbunden mit der wachsenden Zahl an Single- und Zwei-Personen-Haushalten geht das tägliche Kochen zu Hause spürbar zurück. Hinzu kommt eine wachsende Zeitknappheit, so dass immer öfter unterwegs und auch mal alleine gegessen wird. Darauf fußt das boomende Angebot der Außer-Haus-Verpflegung, das mit dem zurzeit so angesagten Streetfood und den Foodtrucks noch eine neue Spielart hinzubekommen hat.

Die zunehmende "Kochlegasthenie" wiederum, die sich aber vor dem Hintergrund des wachsenden Interesses an Herkunft und Genuss entwickelt, bietet für das Fachgeschäft die Gelegenheit, sich als helfende Hand zu positionieren. Küchenfertige Gerichte bieten Erleichterung und Zeitersparnis beim Kochen, bauen Hemmschwellen ab.

Quelle: fleischwirtschaft, Stand: November 2015

Die Stimmung am europäischen Schlachtschweinemarkt ist weiterhin deutlich eingetrübt. Der Markt kommt nicht in Schwung und die Probleme, die sich aus dem weithin umfangreichen Angebot bei begrenzter Nachfrage ergeben, überwiegen.

Daraus resultierend können die Notierungen in fast allen von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. unter die Lupe genommenen EU-Mitgliedsstaaten nicht gehalten werden. Lediglich in Dänemark kann sich die Notierung zum zweiten Mal in Folge behaupten. Daraus resultierend liegt der nördliche Nachbar auf Rang eins der fünf größten Schweine haltenden EU-Mitgliedsländer. Insgesamt reichen die Preisrückgänge von korrigierten 2 Cent in Spanien bis zu 4 Cent in Irland. In Spanien und Österreich machen derzeit besonders die hohen Schlachtgewichte den Marktteilnehmern zu schaffen. Beim Nachbarn Frankreich gehen die Verhandlungen bezüglich der Probleme um die französische Notierung weiter. Ein Lösungsansatz ist noch nicht in Sicht.

Fakt: Solange Deutschland auf der Bremse steht, haben es die europäischen Schweinepreise grundsätzlich schwer. Ohne Deutschland ist es nicht möglich, Stabilität in den Markt zu bekommen.

Quelle: Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V., Stand: November 2015

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